Eric du Bosc

Beruf:
Unternehmer

Zhineng Qigong seit:
seit 2013

Geburtsdatum:
17 März 1967

Webseite:
www.smeertechniek.nl

Eric du Bosc arbeitet in dem Familienunternehmen ‘Smeertechnik Rotterdam.‘ 1956 gründete sein Opa das Unternehmen. Sein Vater begann im Jahr 1971 als Mitarbeiter des Unternehmens. Später übernahm der die Firma. Eric wuchs selbst in dem Gebäude des Familienunternehmens in Rotterdam auf. Durch ein Autounglück während seines Studiums, begann er über seine Zukunft nachzudenken. Da damals sein erstes Kind unterwegs war, beschloss er in der Verkaufsabteilung des Familienunternehmens zu arbeiten. 1993 übernahm Eric die Anteile seines Vaters. Zum damaligen Zeitpunkt ging es dem Unternehmen nicht gut. Schnell nahm er Kontakt mit den Lieferanten auf, um so den Konkurs zu vermeiden. Sie setzten Vertrauen in das Unternehmen und so konnte es überleben. Inzwischen ist die Firma erfolgreich auf dem Gebiet der Schmiertechnik.

Wann kam bei dir das Bewusstsein, dass du mehr Aufmerksamkeit an Körper und Geist schenken solltest?

Das hat lange gedauert. Nach der Übernahme der Firma habe ich ungefähr fünf Jahre lang sechs bis sieben Tage in der Woche nur gearbeitet. Täglich konsumierte ich ca. zehn Tassen Kaffee, zwei Flaschen Coca-Cola, viele Zigaretten und noch mehr Zucker. Während eines Urlaubs auf den Kanaren überraschte mich ein Mitarbeiter mit der Nachricht, dass wir einen großen Auftrag bekommen hatten. Das Bewusstsein, dass das Unternehmen nun unabhängig war, hat viel bei mir bewegt. Trotzdem realisierte in dem Moment noch nicht, wie ich mit meinem Körper umging. Ich fühlte mich immer fit. Warum sollte ich etwas verändern.

Die wirkliche Wende war eine geplante Safarireise nach Kenia. Wir ließen uns impfen lassen und meine Frau bekam eine Lungenentzündung. Im Krankenhaus bekam sie ohne wirkliche Diagnose ein Antibiotikum. Ihr Zustand verschlechterte sich und sie bekam verschiedene Antibiotika. Als sie wieder zu Hause war, bekam ich eine Lungenentzündung. Darum habe ich damals aufgehört zu rauchen. Die Bedürfnisse Zucker zu mir zu nehmen und Cola zu trinken lösten sich auf. In dieser Zeit habe ich angefangen, Yoga zu praktizieren und zu joggen.

Wie hast du Qigong gefunden?

Ich hatte mich für einen Kurs ‘Medizinisches Qigong’ angemeldet. Das fand jede zweite Woche statt. Ich spürte, dass ich durch die Praxis dieser Bewegungen intensiver sah, die Dinge besser wahrnahm. Es geschah etwas mit mir. Zusätzlich habe ich mich für andere Workshop angemeldet, Farben- und Lichttherapie, Radionics, usw.

Ehe ich mich versah, nahm ich an so vielen Workshops teil, dass ich mein Ziel aus den Augen verlor. Ich glaube nicht an Zufälle und so landete ich in meiner Suche nach mehr persönlicher Entwicklung auf der Website der Akademie für Chinesische Heilkunde ‘Qing Bai. ‘ Zuerst wollte ich mich dort für die Ausbildung zum Tuina Therapeuten anmelden. Mit dem Gedanken, dass ich mehr für mich selbst tun wollte, klickte ich nicht die Tuina Ausbildung, sondern die Zhineng Qigong Level 1 Ausbildung an. Ich meldete mich an und so, Anne, haben wir uns kennengelernt.

Während der Ausbildung wird viel Qi in Bewegung gebracht. Wie hast du das erfahren?

Ich kann sagen, dass die Ausbildung manchmal eine Herausforderung für mich war. Manche Dinge waren auch echt schwer. Ich habe herausgefunden, dass Veränderungen bei mir für die Menschen in meiner Umgebung auch schwierig sind. Während der Ausbildung geschah noch etwas, was gut für mich war. Ich habe das Examen nicht bestanden.

In der Schule bin ich einmal sitzen geblieben. Meistens habe ich das komplette Schuljahr nichts getan und fing erst Ostern an zu lernen. Nur im betreffenden Jahr war Ostern einen Monat später und daher war die Zeit zu knapp.

Also war das ein sehr guter ‘Lernmoment’ während der Ausbildung. Ich bin es ja schließlich gewöhnt, der Boss zu sein und immer erzähle ich anderen, was zu tun ist. Dieses Mal hatte ich nicht gut zugehört und konnte daher meinen Auftrag nicht erfüllen. Im Nachhinein war das alles sehr gut für mich. Manchmal muss man verlieren um zu gewinnen. In der Examensgruppe war ich der Einzige, der nicht bestanden hatte. Im zweiten Anlauf habe ich mein Examensauftrag erfüllt.

Inzwischen hast du eine große Leidenschaft für die Zhineng Qigong Übungen entwickelt. Wie kam das?

Ich glaube fest daran, dass Zhineng Qigong gesund für mich ist. Ich finde die Übungen auch herrlich, da ich so ruhig werde. An manchen Tagen wandern die Gedanken während des Praktizierens in alle Richtungen. Aber jetzt kenne ich den Unterschied zwischen Ruhe und Unruhe, das ist gut. An guten Tagen stehe ich mehr als 30 Minuten in totaler Ruhe, bevor die Alltagsgedanken zurückkommen. Durch das Praktizieren wird die Welt für mich offener. Ich schaue genauer hin.

Merel praktiziert Yoga und du Zhineng Qigong. Ist das eine gute Kombination?

Ja, das ist klasse. Wir lesen und entdecken viel und sehen oft, dass beides die gleiche Quelle hat. Nur der Himalaya stand dazwischen. Darum haben die Chinesen und die Inder die Quelle anders interpretiert. Wir haben zu Hause oft gute Gespräche und Diskussionen über diese verschiedenen Interpretationen. Merel respektiert es, dass ich jeden Morgen im Garten Zhineng Qigong praktiziere. Ich gehe auch gerne in die Dünen oder in den Wald, um Zhineng Qigong an kraftvollen Orten zu üben.

Nehmen deine Angestellten die Veränderung bei dir wahr?

Ja, am Anfang dachten sie, dass ich das Unternehmen verkaufe. Aber so ist es nicht. Im Gegenteil – die Arbeit gefällt mir immer besser. Ich hatte aber den Mut, einen Tag weniger zu arbeiten. Erst waren es sechs oder sieben Tage in der Woche, dann ein paar Jahre fünf Tage und jetzt sind es vier geworden. Es hat lange gedauert, bevor ich das akzeptieren konnte und mich nicht mehr ‘faul’ fand. Qigong hat mir Vieles gezeigt. Ich erledige übrigens jetzt die gleiche Arbeit, die ich früher in fünf Tagen machte in vier Tagen. Ich bin viel produktiver geworden.

Hat die Praxis von Zhineng Qigong noch Einfluss in andere Gebiete deines Lebens?

Ich habe wieder Kontakt mit meinem Vater aufgenommen, den ich seit vielen Jahren nicht mehr gesprochen hatte. Vor der Übernahme seiner Anteile, haben sich meine Eltern scheiden lassen. Damals ist viel geschehen. Jetzt habe ich wieder Kontakt zu ihm und das ist auch ein Stück Qigong. Mein Vater und ich sind uns sehr ähnlich und wahrscheinlich ‚knallt’ es darum öfter zwischen uns. Bei mir hat sich viel verändert. Ich erkenne auch meine Schwächen.

Er wohnt in Frankreich und ich habe ihn dort besucht. Am ersten Tag hatten wir ein eher oberflächliches Gespräch. Am zweiten Tag habe ich ihn gebeten, mir zu erzählen, was auf seinem Herzen liegt. Bei dem Gespräch merkte ich, dass die alten Muster wieder nach oben kamen. Ich hätte genau wie früher reagieren können, habe es aber nicht getan. Mein Vater konnte seine komplette Geschichte erzählen. Ich habe zugehört ohne mit ihm zu diskutieren. Mir ist bewusst, dass ich viele Möglichkeiten habe, mich zu verändern. Dank meiner Qigong Praxis konnte ich loslassen.

Du bist inzwischen mit der Zhineng Qigong Ausbildung Level 2 begonnen. Was sind deine Wünsche hinsichtlich Zhineng Qigong?

In zwei Jahren werde ich 50. Mein Plan ist, dann für zwei oder drei Monate nach China reisen.

In diesem Sinne noch eine Anekdote aus meinem Leben: Nach der Lungenentzündung bin ich nach Bali geflogen, um an einem Kurs ‘Radionics’ teilzunehmen. Das ist im Grunde genommen auch eine Form von Qi senden. Ein Teilnehmer kam aus Taiwan. Er war ein Meister der Kampfkunst und er sagte zu mir: ’Auch du wirst einmal ein Meister sein.’ Ich hatte keine Ahnung, wovon er sprach. Heute weiß ich, was er damals meinte: Der Meister sein über mein eigenes Leben, meine Gedanken, meine Gefühle. Das ist mein Ziel.’